Xiaomi ist jedoch nicht mehr nur ein Smartphone-Unternehmen, sondern entwickelt sich in rasantem Tempo zu einem Riesen im Ökosystem. Nach dem enormen Erfolg des ersten firmeneigenen mobilen Prozessors gibt es Berichte, dass Xiaomi die nächste Version des Prozessors in Form des XRING O2 vorbereitet, der überraschenderweise auf andere Produkte abzielt als auf das, was du in deiner Tasche hast.
Einem neuen Bericht von Cailian Press zufolge wird Xiaomis selbst entwickelter Chipsatz der zweiten Generation wahrscheinlich im 3nm-Verfahren gefertigt werden und nicht im hochmodernen 2nm-Verfahren. Die eigentliche Neuigkeit ist aber nicht nur der Prozess, sondern auch die Anwendung des Chipsatzes. Quellen zufolge soll der XRING O2 für Tablets, PCs und Elektroautos entwickelt werden.
TL;DR
- Prozessleistung: Es wird erwartet, dass der kommende XRING O2 den N3P (3nm)-Prozess von TSMC nutzen wird und die neuere 2nm-Technologie vorerst überspringt.
- Nicht nur für Telefone: Xiaomi plant, diesen Chip zuerst in Tablets einzusetzen, gefolgt von PCs und der wachsenden Reihe von Elektroautos.
- Fokus auf das Ökosystem: Dieser Schritt unterstützt die Vision von CEO Lei Jun von einer „großen Wiedervereinigung“ von Hardware, Software und KI bis 2026.
- Leistung als Erbe: Das Vorgängermodell XRING O1 hat Berichten zufolge den Apple A18 Pro in Sachen Energieeffizienz übertroffen.
Warum an 3nm festhalten?
Es scheint, dass Xiaomi sich auf die Stabilität konzentriert, anstatt auf dem Papier die niedrigste Zahl zu wählen. Dem Bericht zufolge soll der XRING O2 mit dem N3P-Prozess von TSMC gefertigt werden, der dritten Generation der 3nm-Prozesstechnologie.
Obwohl der 2nm-Prozess von TSMC in der Pipeline ist, bietet der N3P-Knoten ein ausgereiftes Niveau an Leistung und Energiemanagement. Für ein Unternehmen, das einen Chipsatz für stromfressende Geräte wie Autos und Laptops entwickelt, ist dieser vorsichtige Ansatz durchaus sinnvoll.
Baut Xiaomi einen Konkurrenten für die Desktop-Klasse?
Das Interessanteste an diesem Leak ist der geplante Verwendungszweck. Quellen zufolge wird der XRING O2 zunächst in den Xiaomi Pad-Tablets zum Einsatz kommen, bevor er in Computern und der Fahrzeugpalette des Unternehmens eingebaut wird.
Das ist eine große Veränderung in ihren Plänen. Mit den „Nicht-Smartphone“-Produkten im Visier positioniert Xiaomi die XRING-Produktreihe wahrscheinlich als Allrounder, ähnlich wie Apple die Prozessoren der M-Serie in iPads und MacBooks einsetzt. Wenn Xiaomi in der Lage ist, Xiaomi HyperOS so zu optimieren, dass es die Vorteile dieses SoCs in einem Laptop nutzen kann, könnten wir endlich einen echten Windows on Arm-Konkurrenten von Xiaomi auf dem Markt sehen.
Ein Blick zurück: Die XRING O1 Stiftung
Um zu verstehen, welche Möglichkeiten der O2 bietet, muss man sich seinen Vorgänger ansehen. Das XRING O1 wurde auf dem 15th Anniversary Event im Mai 2025 vorgestellt und erregte viel Aufmerksamkeit für seine Spezifikationen, die es mit Flaggschiffen aufnehmen konnten.
Dieser Chip verfügte über eine enorme 10-Kern-Architektur mit zwei Superkernen, die bis zu 3,9 GHz erreichen konnten. Er enthielt außerdem den Immortalis-G925-Grafikprozessor, der angeblich den Apple A18 Pro in Bezug auf den Stromverbrauch übertrifft. Mit mehr als 19 Milliarden Transistoren und einer AnTuTu-Bewertung von über 3 Millionen sind die Weichen für seinen schnellen Nachfolger gestellt.
Das „große Wiedersehen“ von 2026
Diese Hardware-Bemühungen finden nicht in einem Vakuum statt. Der CEO von Xiaomi, Lei Jun, hat eine große Errungenschaft für das Jahr 2026 angedeutet, die er die „große Wiedervereinigung“ nennt. Das Ziel ist es, drei Hauptsäulen in ein Endgerät zu integrieren: Selbstentwickelte Chips, Xiaomi HyperOS und selbstentwickelte KI-Modelle. Wenn der XRING O2 die Autos und Computer der Marke erfolgreich antreiben kann, dann kann man sagen, dass das Unternehmen eine vertikale Integration in der Industrie erreicht hat, wie es nur sehr wenige andere Unternehmen in der Geschichte von sich behaupten können. Auch wenn wir bis zum Jahr 2026 sicher noch genauere Informationen hören werden, ist es sicher, dass das Unternehmen in Zukunft bei seinen wichtigsten Produktlinien nicht mehr nur von Drittanbietern abhängig sein wird.

Emir Bardakçı
